Autor: Nils Kahlefendt

Bildquelle: Leipziger Buchmesse

Gründer-Spirit
13. April 2016
Rückblick 2016, Teil 5: Neuland 2.0, das Startup-Village der Buchmesse
Autor: Nils Kahlefendt

Bildquelle: Leipziger Buchmesse

Gründer-Spirit
13. April 2016
Rückblick 2016, Teil 5: Neuland 2.0, das Startup-Village der Buchmesse

Lesen, Zuhören, miteinander sprechen: 260.000 Besucher zog es 2016 zum Frühjahrsfest der Bücher nach Leipzig. In einer kleinen Serie blicken wir auf die Höhepunkte zurück. Teil 5: Neuland 2.0, das Startup-Village der Buchmesse.

Enhanced E-Books, Augmented-Reality-Apps, Transmedia-Storytelling: Die digitale Revolution hält die gern als konservativ gescholtene Buch- und Medienbranche weiter auf Trab. Mit dem Projekt Neuland 2.0, für das 14 Startups aus ganz Deutschland von einer unabhängigen Jury ausgewählt wurden, schaffte die Buchmesse erstmals einen herausgehobenen Auftritt für neue, innovative Ideen und Produkte. Das Spektrum reicht von alten Bekannten wie log.os bis zu Sensape, einem Startup, das an Lösungen im Bereich interaktiver Werbung arbeitet.

Frischzellenkur für die „old economy“

Das in eine Präsentations- und Vortragsfläche unterteilte Startup-Village überzeugte durch Funktionalität und eine frische, dem Geist der jungen Gründer entsprechende Optik – selbst der obligatorische Kickertisch fehlte nicht. Zudem erwies sich der Standort des digitalen Dorfs inmitten der trubeligen Belletristik-Halle 5 als sinnvoll; sowohl am Freitag als auch am Samstag herrschte auf der Fläche reger Andrang. „Ich bin absolut happy, dass wir ausgewählt wurden“, freute sich Karl-Ludwig von Wendt, dessen Hamburger Unternehmen Briends zur Messe Papego präsentierte – eine App, die das digitale Weiterlesen gedruckter Bücher auf Smartphone und Tablet ermöglicht. „Wir haben sehr gute Gespräche geführt – das hätten wir mit einem eigenen Stand nie hingekriegt.“ Die Heterogenität des Publikums – von Cosplayern, Buchhändlern, Journalisten, Bibliothekaren, Studenten und Professoren bis zu potenziellen Investoren – war für Wendt ein klares Plus: „Die interessantesten Entwicklungen ergeben sich aus Kontakten, die nicht geplant sind.“

Raus aus der Filterblase!

Auch log.os-Aktivist Volker Oppmann, der zur Frankfurter Buchmesse die Closed-Beta-Phase seiner Plattform eröffnet hatte und nun mit einem echten Prototyp nach Leipzig gekommen war, zog ein positives Fazit: „Bislang haben wir uns mit log.os in der klassischen Filterblase bewegt. Hier kommt die Idee zum ersten Mal mit echten Endkunden in Berührung.“ Echtes Neuland ist die Buchbranche für Matthias Freysoldt vom Leipziger Startup Sensape. Er bringt Computern mittels Bildsensoren und spezieller Algorithmen das Sehen und Verstehen bei – Prototypen sind bereits erfolgreich im Handel und auf Messen im Einsatz. Für Leipzig haben die jungen Tüftler einen „Bucherkenner“ gebaut, mit dem man über kleine Wisch-gesten kommunizieren kann – sehr zur Freude des Publikums, das vorm „Sensape Chimp“ posiert wie in der Karaoke Bar.

Ideen zum Fliegen bringen

„Mit unserer Technologie geben wir dem traditionellen Einzelhandel Werkzeuge an die Hand, um den nächsten Schritt in die Zukunft zu gehen. Die Verschmelzung von Netz und lokalem Laden kann gerade für den Buchhandel sehr interessant sein.“ Die beiden Messetage haben sich für Sensape gelohnt: Für Freysoldt ist das Startup Village genau der richtige Ansatz, um neue Ideen zum Fliegen zu bringen. Beim Publikumsvoting hatte am Ende Papego die Nase vorn. Ein rein ideeller Preis, für Karl-Ludwig von Wendt dennoch hoch willkommen: „Es geht darum, zu beweisen, dass die eigene Idee auf Resonanz stößt. Als Startup braucht man genau das am Dringendsten.“

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