Autor: Nils Kahlefendt

Die Welt als Puzzle
21. Aug. 2019
Messe-Köpfe, Folge 14: Dank Elisabeth Buschmann-Berthold kommen Aussteller und Besucher garantiert immer gut an
Autor: Nils Kahlefendt

Die Welt als Puzzle
21. Aug. 2019
Messe-Köpfe, Folge 14: Dank Elisabeth Buschmann-Berthold kommen Aussteller und Besucher garantiert immer gut an

Sag’ niemals ‚nie’ – könnte das ein Lebens-Motto von Elisabeth Buschmann-Berthold sein? Als die Leipzigerin nach ihrem Abitur an der Thomas-Schule fürs Studium der Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einschrieb, dachte sie vermutlich nicht im Traum daran, dass sie sich einmal bei der Leipziger Buchmesse um Themen wie Logistik und Besucherführung kümmern würde. Doch der Reihe nach…

Zum Ersten, zum Zweiten, und zum Dritten…

Bereits am Gymnasium, wo sich Buschmann-Berthold im Kunst-Leistungskurs etwa mit Vincent van Gogh, dem Begründer der modernen Malerei, beschäftigte, waren die Würfel fürs Kunstgeschichts-Studium gefallen. „Als Zweitfach wollte ich etwas wählen, was mich auch interessierte – wovon ich aber kaum Ahnung hatte“, erzählt sie lachend. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über die Personifikation der Wollust, eine der sieben Todsünden, in der Druckgrafik; ein Job im Kunsthandel hätte sie gereizt. Sie absolvierte immerhin ein Praktikum beim Auktionshaus Sotheby’s in Köln – doch um auf diesem Feld wirklich reüssieren zu können, hätte sie sich wohl dauerhaft von Leipzig verabschieden müssen. „Kunst wird nun mal in großem Stil in Hamburg oder am Rhein gehandelt.“

Messe-Job neben dem Studium

Doch damals hatte Elisabeth Buschmann-Berthold bereits Freund und Wohnung in Leipzig – und war der Messestadt auch sonst ziemlich bodenständig verbunden: Direkt nach dem Abi begann sie, für die Leipziger Messe zu arbeiten – der erste Aushilfs-Job führte sie zur Aufbau-Ost-Messe Relocation, später jobbte sie im Call Center, angesiedelt in der Querschnittsabteilung der Messe. Zusätzlich arbeitete sie an den Samstagen in der Mode-Boutique ihrer Mutter in der Kupfergasse. „Ich war eine Halbtags-Studentin“, sagt Buschmann-Berthold rückblickend. Es klingt selbstbewusst nach einer, die Leben und Beruf schon sehr früh sehr selbstbestimmt in eins brachte.

Von der Gastro- zur Buchmesse

Der Rest ist Fügung: Gerade als die junge Frau ihr Studium beendet hatte, sucht die Querschnittsabteilung der Messe eine Projektmanagerin. Buschmann-Berthold greift zu, obwohl sie doch eigentlich viel lieber in einem Projekt-Team arbeiten würde. Nach anderthalb Jahren erfüllt sich dieser Wunsch: Sie wird Projektmanagerin bei der Gastro-Messe, die damals noch schlicht Gäste heißt. Buschmann-Berthold wirft sich in die neue Aufgabe, ist auch am Relaunch der Fachmesse für Gastgewerbe und Ernährungshandwerk beteiligt, die heute als ISS GUT! das Messe-Portfolio bereichert. Als Buschmann-Berthold nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2016 lieber halbtags arbeiten möchte, kommt ein Stellenangebot von der Buchmesse. „Da habe ich nicht lange überlegt.“

Immer die passende Lösung

Seit Herbst 2017 gehört Elisabeth Buschmann-Berthold zum Buchmesseteam. Aktuell koordiniert sie das Hörbuch-Programm, die Gemeinschaftsstände des Börsenvereins und den Comic-Gemeinschaftsstand, zwei Drittel ihrer Arbeitszeit widmet sie jedoch dem spannenden Thema Messe-Logistik. Eine wichtige Aufgabe in Zeiten, da die Buchmesse jedes Jahr wächst. Und wie überall steckt der Teufel auch hier im Detail: Wo stehen die Drehkreuze in den Eingangsbereichen, wo beginnen die Sicherheitsareale, wer darf wie weit in die Gänge hinein bauen? Immer hat alles mit allem zu tun. „Für mich hat Logistik etwas von einem Puzzle“, sagt Buschmann-Berthold. „Wir bekommen wir’s hin, dass es für die Besucher angenehm ist – aber auch für die Aussteller? Wie passen unsere Lösungen ins Gelände – und ins Budget?“

Momentan stehen die Zeichen bereits wieder auf der Vorbereitung der Buchmessen 2020 und 2021; einmal im Monat gibt es ein jour fixe mit allen Fachabteilungen. Logistik ist ein Thema, das sich nur gemeinsam stemmen lässt. „Ich hätte nie gedacht, dass meine Arbeit einmal so aussieht“, sagt Elisabeth Buschmann-Berthold beim Abschied. Und die Kunstgeschichte? „Die bleibt mir erhalten. Man kann ja sehr schön privat ins Museum gehen.“

Elisabeth Buschmann-Berthold, geboren 1984 in Schkeuditz bei Leipzig, ist in Leipzig aufgewachsen. Nach ihrem Abitur an der Thomas-Schule studierte sie ab 2002 in Halle/Saale Kunstgeschichte und Politikwissenschaft. Nach absolviertem Studium trat sie eine Stelle als Projektmanagerin bei der Leipziger Messe an; nach anderthalb Jahren wechselte sie ins Projekt-Team der Gastronomiemesse „Gäste“ (heute: „ISS GUT!“). Seit Herbst 2017 gehört sie zum Buchmesse-Team; aktuell ist sie dort programmseitig fürs Hörbuch und den Comic-Gemeinschaftsstand sowie für die Gemeinschaftsstände des Börsenvereins zuständig und kümmert sich um das Thema Messe-Logistik. Buschmann-Berthold ist verheiratet und hat eine dreijährige Tochter.

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