Autor: Henning Grabow

Gesichter und Geschichten
2. März 2018
Buchmesse-Blogger, kurz vorgestellt (Folge 2): Buzzaldrins Bücher, Krähe und Kraken, The Written Word.
Autor: Henning Grabow

Gesichter und Geschichten
2. März 2018
Buchmesse-Blogger, kurz vorgestellt (Folge 2): Buzzaldrins Bücher, Krähe und Kraken, The Written Word.

Buzzaldrins Bücher: www.buzzaldrins.de

(Linus Giese)

Würden Sie sich und Ihren Blog kurz vorstellen?

Ich heiße Linus Giese und betreibe den Blog „Buzzaldrins Bücher“ – hauptberuflich arbeite ich als Buchhändler in einer Buchhandlung in Berlin. Auf meinem Blog gibt es Buchbesprechungen, Autoreninterviews und Lesungsberichte. Leider schaffe ich durch meine Arbeit längst nicht mehr so viel wie früher, freue mich aber immer noch über jede Minute, in der ich Zeit für meinen Blog finde.

Seit wann sind Sie Buchblogger und warum sind Sie es geworden?

Ich bin seit sieben Jahren Buchblogger und bin das geworden, weil ich gerne lese und über Bücher spreche und im echten Leben keinen Ort und keine Menschen hatte, um diesem Bedürfnis nachzukommen. Deshalb liebe ich es, seit sieben Jahren auf meinem Blog und den sozialen Kanälen mit allen möglichen Menschen über Bücher sprechen zu können.

Was ist Ihr Thema bei den buchmesse:blogger sessions auf der Leipziger Buchmesse und warum haben Sie es gewählt?

Ich spreche über die Frage, wie mutig man beim Bloggen sein sollte – entschieden habe ich mich dafür aus persönlichen Gründen. Vor einem halben Jahr, habe ich mich als trans geoutet und habe vorher lange darüber nachgedacht, wie öffentlich und wie mutig ich mit diesem Outing umgehen möchte. Ich glaube, dass ich deshalb einiges darüber erzählen kann, welche Türen sich durch Offenheit öffnen können – welche Risiken es aber auch geben kann.

Der berühmte erste Satz in einem Buch: Haben Sie einen Favoriten?

„Meine Mutter war sehr häßlich“ – aus Fünf Kopeken von Sarah Stricker.

Ihr Programmtipp zur Leipziger Buchmesse?

Die elfte LitPop – am 17. März im Neuen Rathaus!

Krähe und Kraken www.crowandkraken.de

(Mareike Hansen)

Würden Sie sich und Ihren Blog kurz vorstellen?

Ich heiße Mareike, lebe und schreibe in Hamburg, und blogge eigentlich seitdem ich 19 bin. Bisher steckte aber in keinem Blog so viel Herzblut wie in meinem jetzigen. Krähe und Kraken wurde anfange des Jahres aus dem Literaturblog Die Bücherkrähe und dem gesellschaftskritischen Blog Black Kraken zusammengelegt. Das gibt mir die Möglichkeit, Literatur und Gesellschaftskritisches mal getrennt, mal zusammen zu besprechen und ich habe insgesamt mehr Freiheit darüber zu schreiben, was mir am Herzen liegt, ohne meine Leserschaft vor den Kopf zu stoßen.

Seit wann sind Sie Buchblogger und warum sind Sie es geworden?

Ich habe mich 2012 schon kurz als Buchbloggerin versucht, richtig eingestiegen bin ich aber erst Anfang 2016 als Bücherkrähe. Ich war vorher sehr lange auf Literaturschock.de unterwegs, aber mir fehlte der Platz, mich weiter über Literatur ausdrücken zu können. Ich wollte meine eigene kleine Ecke, in der ich mich austoben kann, und so gründete ich 2016 Die Bücherkrähe.

Was ist Ihr Thema bei den buchmesse:blogger sessions auf der Leipziger Buchmesse und warum haben Sie es gewählt?

Zusammen mit Elif von The Written Word (https://lost-in-written-words.blogspot.de/) halte ich einen Vortrag über die Politisierung von Buchblogs. Wir sind beide sehr engagiert in Sachen Antirassismus, Feminismus und anderer gesellschaftskritischer und politischer Themen und fragen uns oft, warum die Buchblogcommunity bei vielen Sachen schweigt. Gerade bei Themen, die auch sie betrifft. Meistens ist die Antwort: „Das ist mein Hobby, da will ich keine anstrengenden Diskussionen sondern nur Spaß haben“. Das kann aber nicht alles sein, und deswegen möchten wir darüber einen Vortrag halten.

Der berühmte erste Satz in einem Buch: Haben Sie einen Favoriten?

Kristin Hannah, The Nightingale: „If I have learned anything in this long life of mine, it is this: In love we find out who we want to be; in war we find out who we are.“

Ihr Programmtipp zur Leipziger Buchmesse?

Samstag findet um 11 Uhr ein Interview mit Buchbloggern über die Rolle von Blogs bei der Literaturvermittlung statt.

(http://www.leipziger-buchmesse.de/ll/veranstaltungen/29883)

The Written Word www.lost-in-written-words.blogspot.de

(Elif)

Würden Sie sich und Ihren Blog kurz vorstellen?

Moin! Ich heiße Elif, bin 24 und habe Geschichte und Germanistik studiert. Meinen Blog „The Written Word“ nutze ich als Sprachrohr, um über Dinge zu reden, die mir wichtig sind – natürlich geht es hauptsächlich um Bücher, ich schreibe aber auch über Themen wie (Anti-)Rassismus oder andere Arten der Diskriminierung – und versuche mich und andere Leser_innen ein bisschen zu sensibilisieren. Im letzten Jahr waren meine liebsten Beiträge wohl die zu Rassismus und problematischen Klassikern. Beim Rezensieren meiner gelesenen Bücher sind mir diese Aspekte besonders wichtig. Ich lese gerne Gegenwartsromane, historische Romane, Klassiker, Jugendliteratur und hin und wieder auch Fantasy oder Sci-Fi. In den letzten Monaten habe ich auch Gefallen an Gedichtbänden und Sachbüchern zu gesellschaftskritischen Themen gefunden.

Seit wann sind Sie Buchblogger und warum sind Sie es geworden?

Seit 2012 blogge ich über Bücher, nach und nach sind Instagram und Twitter als weitere Plattformen dazugekommen. Ich brauchte den Austausch! Und ich habe meine Gedanken schon immer gerne aufgeschrieben.

Was ist Ihr Thema bei den buchmesse:blogger sessions auf der Leipziger Buchmesse und warum haben Sie es gewählt?

Das Thema ist, dass Buchblogs politischer werden müssen und damit meine ich, dass wir alle sensibilisierter sein sollten, um zu erkennen, wenn ein Buch rassistische, sexistische, homofeindliche, ableistische (usw.) Aspekte beinhaltet, die nicht deshalb drin sind, um Missstände aufzuzeigen. Oder auch, um uns dessen bewusst zu werden, wie wir was lesen und warum. Fällt uns auf, wenn Bücher nur aus weißen, cis, hetero, ‚gesunden‘ Charakteren bestehen? Wenn nein, warum nicht? Und wenn wir ein Buch über ein Thema lesen, das uns nicht betrifft: machen wir uns schlau, schauen wir, wie Betroffene das empfunden haben oder behaupten wir, dass etwas gute oder schlechte Repräsentation ist, ohne in der Haut zu stecken? Das sind alles Nuancen, derer man sich nicht immer direkt bewusst ist, die aber sehr viel ausmachen können.

Der berühmte erste Satz in einem Buch: Haben Sie einen Favoriten?

Ich mag den ersten Satz aus „Six of Crows“ (dt: „Das Lied der Krähen“) sehr gerne: „Joost had two problems: the moon and his mustache.“

Ihr Programmtipp zur Leipziger Buchmesse?

Tatsächlich finde ich die Themen der anderen Blogger Sessions unglaublich spannend. Die von Linus Giese möchte ich auf keinen Fall verpassen!

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Die Szene der Literatur- und Buchblogger wird jedes Jahr größer, vielfältiger und professioneller. Die Leipziger Buchmesse begleitet diesen Weg und bietet Bloggern unter dem Titel buchmesse:blogger die erste unabhängige Plattform in Deutschland. Hier stellen wir die Gesichter und Geschichten hinter den Blogs vor, die die buchmesse:blogger-sessions 18, das Fachprogramm für Blogger und Neueinsteiger, mit Leben füllen. Für die sessions konnten sich in diesem Jahr erstmals Blogger für einen Vortrags-Slot bewerben und selbst Themen einreichen.

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