Was verbindet Jerewan und Leipzig, eine Stadt im Kaukasus und eine mitteldeutsche Metropole? Sind es die musikalischen Schwingungen des choralen A-capella-Singens? Oder die Tradition der Buch- und Druckkunst, die eine Brücke zwischen beiden Städten schlägt? Fakt ist: Im März 2025 haben Oberbürgermeister Burkhard Jung und sein Amtskollege Tigran Avinyan in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Wahagn Chatschaturjan, Präsident der Republik Armenien, ein gemeinsames Kulturjahr beider Städte besiegelt. Im Rahmen dieses Kulturjahres, das bis zum 31. Oktober 2026 laufen wird, sind in beiden Städten eine Vielzahl von Veranstaltungen geplant, darunter Ausstellungen, Konzerte, Theatergastspiele, Lesungen und Filmvorführungen sowie Workshops und Bildungsprojekte. Das Spektrum reicht von einer Ausstellung Armenischer Druckkunst in der HALLE 14 der Leipziger Baumwollspinnerei bis zu einer Schau der Leipziger Comic-Künstlerin Anna Haifisch im Hayart Kunstzentrum Jerewan.
Partner des Kulturjahrs sind zahlreiche Institutionen und Einrichtungen, vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik übers Generalkonsulat Armeniens in Sachsen, dem Goethe Institut oder der Stiftung West-Östliche Begegnung. Dass sich die ARI Literature Foundation Jererwan mit einem armenischen Nationalstand auf der Leipziger Buchmesse präsentieren kann, verdankt sich wesentlich der großzügigen Förderung der Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur. Wie diese Verbindung zustande kam, erzählt uns Susanne Kucharski-Huniat, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der 2012 von Gotthard Dittrich gegründeten Stiftung, die mit einem Stiftungsvermögen von mehr als sieben Millionen Euro zu den größten Stiftungen im Freistaat Sachsen gehört. Stark engagiert sich die Europäische Stiftung der RDG für Schülerinnen und Schüler sowie Nachwuchs-Musikerinnen und Musiker. Mit einem Jahresetat von rund 350.000 Euro werden eigene Projekte und Projekte anderer Initiativen in den Bereichen Bildung, Kunst und Kultur sowie interkulturelle Verständigung unterstützt.
„Viele dieser Projekte sind auf den Bereich Musik fokussiert“, erläutert Kucharski-Huniat, „so die Förderung des Schumann-Hauses, des Kammermusikfestivals con spirito oder einer Konzert-Folge innerhalb der Reihe Kunst und Justiz am Bundesverwaltungsgericht. „Daneben fördern wir etwa den Young Eyes Film Award im Rahmen von DOK Leipzig oder die Revolutionale der Stiftung Friedliche Revolution.“ Bereits seit 15 Jahren unterstützt die deutsch-polnische Bildungsbrücke den kulturellen Austausch von Schülerinnen und Schülern der Rahn Education in Deutschland und Polen.
Seit 2014 sitzt die Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur im Herzen der Stadt, am Leipziger Markt. Durch die Unterstützung konnten sich unterm selben Dach auch Partner wie das Polnische Institut Leipzig, der Europa-Haus e. V., das Städtepartnerquartier oder das Deutsch-Amerikanische Institut Sachsen etablieren oder neu ansiedeln. „Am Markt 10 ist so etwas wie ein kleiner, höchst lebendiger internationaler Campus entstanden, der auch mit gemeinsamen Projekten antritt.“
Eines dieser Projekte, die Kultur in den Veranstaltungs-Saal mit Blick aufs Rathaus bringen, ist die Europäische Soirée – eine Initiative von Institut français Leipzig, Europa-Haus e.V. und dem Polnischen Institut Berlin, Filiale Leipzig. Unter dem Titel „Mit Freude durch Europa – Musik und Poesie im Dialog“ waren 2025 dort, neben Stimmen aus Frankreich, Deutschland und Polen auch Musik und Texte aus Armenien zu erleben – eine Art Vorspiel zum nun angelaufenen Kulturjahr. Täuschen die Zeichen nicht, so bringt es Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke auf den Punkt, werden uns „jetzt noch fremde Namen wie Aarat, Arzach, Getar, Mesrop, Komitas oder Matenadaran nach dem Kulturjahr Leipzig – Jerewan ganz selbstverständlich über die Zunge gleiten“.
Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und KulturMarkt 1004109 Leipzig



